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Oldtimer Rostbekämpfung

Erstellt am: 12.02.2019
Oldtimer Rostbekämpfung

Kampf dem Rost

Wer einen Oldtimer hat, der fürchtet sie: die sogenannte braune Pest. Ist der Rost erst einmal da, breitet er sich aus und ist damit eine Gefahr für das Auto. Wie wird man ihn wieder los? Und vor allem: Wie können Oldtimer-Besitzer dem natürlichen Feind ihres geliebten Autos vorbeugen? In diesem Artikel geben wir ein paar Hilfestellungen und Tipps.

Wir haben selbstverständlich ausgiebig recherchiert. Allerdings gibt es zum Thema Rost und Rostentfernung verschiedene Meinungen. Im Zweifel sollten Besitzer unbedingt ihren Fachmann des Vertrauens aufsuchen.

Was ist eigentlich Rost?

Stahl ist immer noch der wichtigste Werkstoff im Autobau. Langsam versucht die Industrie auch auf andere Materialien wie Aluminium und Kunststoff umzurüsten, aber noch kommt am Stahl keiner vorbei. Besonders in Oldtimern aber auch in so manchem Youngtimer ist noch viel Stahl verbaut.

Stahl besteht größtenteils aus Eisen. Kommt dieses mit Wasser und Sauerstoff in Berührung, wird es durch eine chemische Reaktion zersetzt und es entsteht hartnäckiger Rost. Bei Rost handelt es sich also nicht um eine unschöne Ablagerung, sondern um eine Umwandlung des Materials. Das bedeutet: Der Stahl wird zerstört.

Deshalb ist es nicht nur wichtig, rostempfindliche Bauteile eines Oldtimers von Rost zu befreien, sondern sie auch davor zu schützen.

Warum sind besonders Oldtimer davon betroffen?

Das liegt ganz einfach am Zahn der Zeit. Um Rost vorzubeugen, werden rostempfindliche Teile am Auto bei der Herstellung mit Schutzmitteln versiegelt. Diese werden im Laufe der Jahre allerdings spröde. Die Folge: Sauerstoff und Wasser erreichen das Material und zersetzen es.

Wer sich nicht rechtzeitig darum bemüht, diese Schutzschichten aufrecht zu erhalten, der hat schnell die braune Pest am Wagen. Das gilt natürlich auch für Youngtimer, die immerhin schon 25 Jahre auf der Karosserie haben.


Warum Zink nicht vor Korrosion schützt

Teilweise ist der Stahl von Autos mit einer Zinkschicht überzogen. Dadurch wird der Stahl auf zweifache Weise geschützt:

1.) Die Zinkschicht trennt den Stahl physisch von Sauerstoff und Wasser, sodass er nicht mit ihnen in Berührung kommt.

2.) Die Zinkschicht bildet an ihrer äußeren Schicht eine Patina aus, die die Korrosion des Materials verlangsamt.

3.) Zink bildet mit dem unter ihm liegenden Eisen im Stahl ein sogenanntes Lokalelement. Da Zink chemisch minderwertiger ist als Eisen wird es als erstes vom Rost angegriffen. Die Zinkschicht wird deshalb als „Opferanode“ bezeichnet, weil sie sich für den hochwertigeren Stahl „opfert“. Damit schützt Zink den Werkstoff Stahl auch aktiv vor Korrosion.

Entgegen mancher Meinung können also auch verzinkte Autos rosten. Die Zinkschicht dient lediglich als Zwischenschutz für den Stahl.


Lackschicht im Auge behalten

Mit dem Autolack wird der darunter liegende Stahl vor Korrosion geschützt. Doch selbst durch kleinste Beschädigungen liegt das Material schnell blank und kann durch Einfluss von Wasser und Sauerstoff korrodieren. Deshalb sollten Oldtimer-Besitzer den Lack ihres Autos regelmäßig auf Schäden überprüfen und im Fall der Fälle schnell reagieren. So lassen sich größere Schäden vermeiden.

Besonders bei empfindlichen Stellen sollte genau hingeschaut werden. Dazu gehören beispielsweise Schweißnähte oder nachträgliche Bohrlöcher, etwa für eine Antenne. Hier ist die Lackschicht verletzt und oft nur unzureichend gegen den Eintritt von Wasser geschützt.


Regelmäßig Waschen

Oldtimer-Besitzer sollten ihr Auto regelmäßig waschen, vor allem, wenn es auch im Winter auf die Straßen kommt. Das Salz auf gestreuten Straßen setzt sich auf dem Lack und dem Unterboden ab. Salz erhöht die Leitfähigkeit von Wasser und beschleunigt damit die Korrosion. Um das zu verhindern, gibt es ein einfaches, aber wirksames Mittel: Das Salz muss runter vom Auto. Nach der Wäsche sollte der Wagen zudem abgetrocknet werden.

Auch in den anderen Jahreszeiten gibt es natürliche Lackschädlinge. Dazu gehören beispielsweise Vogelkot und das Harz von Bäumen. Werden diese nicht rechtzeitig vom Auto entfernt, zerstören sie die Oberfläche des Oldtimers. Ab und zu sollte der Oldtimer-Lack mit Hartwachs gepflegt werden.


Unterboden regelmäßig kontrollieren lassen

Der Unterboden eines Autos ist besonders häufig stark beansprucht. Aufgeschleuderter Dreck und Wasser machen ihm auf Dauer schwer zu schaffen. Während Lackschäden meist schnell zu erkennen sind, können Oldtimer-Liebhaber seltenst ihr Auto von unten genau untersuchen.

Deshalb sollten Oldtimer regelmäßig in einer Werkstatt auf Schäden und Rost am Unterboden überprüft werden. So lassen sich größere Schäden auf Dauer vermeiden.

Trocken und sicher parken

Ein besonders wirksamer und zugleich einfacher Schutz gegen Rost ist das Trockenstellen des Oldtimers. In einer Garage oder einem Carport ist ein altes Auto am besten vor Regenwasser geschützt. Wird der Raum sogar noch auf einer konstanten Temperatur von 15 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent gehalten, fühlt sich das Auto pudelwohl. Gegen das Einstauben empfehlen Experten ein Baumwolltuch.

Der Vorteil bei einer solchen Lagerung ist nicht nur der Schutz des Lacks und der inneren Metallbauteile. Auch für alle Komponenten aus Gummi handelt es sich dabei um die perfekte Umgebung. Es bleibt flexibel und schützt den Innenraum damit vor dem Eindringen von Wasser. Darüber hinaus wehrt eine Überdachung Vogelkot, Harz oder auch fallende Baumfrüchte und Äste fern von der Lackschicht.

Wer keine Möglichkeit hat, seinen Oldtimer unterzustellen, sollte zumindest einen Dauerparkplatz in der Nähe von Bäumen vermeiden. Gegebenenfalls lohnt sich auch die Anschaffung einer Autoabdeckung. Bei diesem Thema allerdings scheiden sich die Geister. Die Abdeckungen aus Plastik oder Kunstfaserstoffen lassen entstehende Feuchtigkeit nur schwer entweichen.

Dichtungen und Abläufe überprüfen

Dichtungen und Abläufe sorgen dafür, dass Wasser nicht in das Auto gelangen kann. Leider können sie verstopfen. Ist das der Fall, kann das Wasser nicht mehr zuverlässig abtransportiert werden. Staut es sich, werden Rostschäden wahrscheinlicher. Deshalb sollten Dichtungen und Abläufe regelmäßig kontrolliert und im Fall der Fälle von störendem Dreck befreit werden.

Darüber hinaus lohnt sich die Pflege von Gummidichtungen. Diese werden mit der Zeit spröde, wodurch sie Wasser nicht mehr am Eindringen in den Innenraum hindern können. Experten empfehlen für die Pflege Vaseline oder Silikonfett. Sie halten die Dichtungen flexibel.

Aluminium und Chromteile pflegen

Im Gegensatz zu Stahl rostet Aluminium nicht, jedenfalls nicht im engeren Sinne. Stahl wird durch die Reaktion seiner Eisenanteile mit Sauerstoff und Wasser zerstört. Da Aluminium kein Eisen enthält, ist es davor natürlicherweise geschützt. Sollten Oldtimer-Besitzer auf Aluminiumteilen ihres Autos dennoch Ablagerungen entdecken, handelt es sich um Aluminiumoxid, die sich als Ablagerung auf das Aluminium legt. Kenner empfehlen, Türgriffe, Stoßfänger & Co. Mit Silikonspray oder säurefreier Vaseline vorzubehandeln.

Auch Chrom kann nicht rosten. Allerdings sind die Bauteile an Oldtimern lediglich mit einer Chromschicht überzogen. Das Trägermaterial besteht häufig aus Metallen, die korrodieren können. Deshalb sollten die Chromteile des Oldtimers mit einer Metallpolitur gepflegt werden. Aber Vorsicht: Beim Polieren wird stets etwas Material abgetragen. Wer es zu gut meint, poliert den Chrom schnell durch. Dann schimmert das darunter liegende Material durch – zum Beispiel eine Kupferschicht. Der Experten-Tipp: Sanftes Polieren mit einem Tuch aus Baumwolle oder Mikrofaser.

Rost an Bremsen

Rost kann sich auch an Stellen ansetzen, die von außen nicht zu sehen sind. Zum Beispiel an den Bremsscheiben. Besonders wenn ein Oldtimer im Winter nicht bewegt und Bremsen nicht betätigt werden, kann sich an den Bremsscheiben Rost festsetzen.

Daher sollten Oldtimer-Fahrer ihrem Wagen auch in den Wintermonaten ab und an einen Besuch abstatten und das Brems- sowie das Kupplungspedal treten. Dabei sollte auch ein Gang eingelegt werden. Wenn der Oldtimer dann zur ersten Frühjahrstour aus der Garage gelassen wird, darf der Fahrer mal wieder ordentlich in die Eisen steigen. Denn noch vorhandener Flugrost lässt sich größtenteils mit ein paar starken Bremsungen entfernen.

Rost im Tank

Je nach Material kann der Tank von Oldtimern von innen rosten. Jahrelang galt als beste Vermeidungsstrategie das Volltanken des Wagens, bevor er in den Winterschlaf geht. Zu diesem Thema gibt es heute jedoch verschiedene Meinungen. Einerseits schützt das Benzin in einem vollen Tank davor, dass Kondenswasser und Sauerstoff die Innenwände angreifen können. Andererseits betont so mancher Oldtimer-Kenner, dass das heute verwendete bleifreie Benzin aggressiv ist und die Stahltanks angreift.    

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Oldtimer-Liebhaber sich bei ihrem Fachmann des Vertrauens informieren. Manchmal kann es sich lohnen, den Tank gegebenenfalls mit einer korrosionsschützenden Beschichtung versehen zu lassen.

Rost im Kühler

Auch am Kühler sollte Rost unbedingt vermieden werden. Denn Ablagerungen an den Komponenten des Kühlersystems können schlimmstenfalls dazu führen, dass der Motor im Betrieb zu heiß wird. Das bedeutet schlimmstenfalls einen Motorschaden. Besonders wichtig ist daher, auf ausreichenden Frostschutz zu achten. Experten empfehlen:

  • Verwendung einer Wasser-Frostschutz-Mischung
  • Verzicht auf destilliertes Wasser
  • Regelmäßigen Austausch des Kühlmittels
  • Verwendung der gleichen Marke des Frostschutzmittels, falls Kühlmittel aufgefüllt werden muss


Rost ist und bleibt für Oldtimer-Liebhaber eine Herausforderung. Wer sein Auto aber vor Wasser schützt, regelmäßig auf Schwachstellen überprüft und es kontinuierlich pflegt, der kann die braue Pest in Zaum halten.



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